Die Angst davor, enttäuscht zu werden. Wie gehe ich damit um?

Eine Annäherung aus der Sicht der Yoga -Weisheit.

Jeder kennt sie. Die bohrende Angst, daß es nicht so kommt, wie wir uns das sehnlichst wünschen.

Die Personalchefin der begehrten Stelle, für die genau Du die richtige Besetzung bist, sagt Dir unerwartet ab. Eine lang ersehnte Verabredung platzt kurzfristig. Der von Dir am meisten geliebte Mensch verhält sich einfach nicht so, wie Du es von ihm erwartest. Vielleicht verlässt er Dich. Kurz: Du bekommst nicht das, was Dir Deiner Meinung nach zusteht.

Das nennen wir Enttäuschung.

Die Definition von Enttäuschung

In dem Begriff steckt die kleine Vorsilbe „ent“.

Werfen wir einen Blick in den guten alten Duden: Demnach drücken diese drei kleinen Buchstaben in Verbindung mit Verben u.a. aus, dass etwas wieder rückgängig gemacht, in den Ausgangszustand zurückgeführt wird.

In welchen Ausgangszustand bitteschön? Ich weiß doch aus Erfahrung so gut, wie es sein soll! Und mein Gefühl täuscht mich doch nicht. Denken wir.

Doch schauen wir mal genauer hin:

Was passiert denn konkret, wenn ich enttäuscht bin?

Etwas trat nicht so ein wie es meiner Ansicht nach sollte. Etwas in meiner Vorstellung kollidiert mit der Realität. Ich bin dann am Boden, oder bin wütend, trotzig, fühle mich mickrig, minderwertig, ausgegrenzt, herabgesetzt, übersehen, wertlos. Ich könnte die Beschreibung der Gefühl jetzt noch endlos weiterführen. Nur zu gut kenne ich die Emotionen, die Enttäuschung in mir auslöst.

Wenn ich genau hinschaue und ganz ehrlich bin, habe ich in diesen Situationen einfach panische Angst, nicht mehr zu existieren, ja in gewisser Weise sogar Angst, zu sterben.

Denn unser Nervensystem kann nicht unterscheiden zwischen konkreter Bedrohung und „psychisch empfundener Bedrohung“. Für unsern Körper und das gesamte System geht es immer ums Ganze, immer um die Erhaltung der Existenz.

Kein Wunder, daß wir dieses schreckliche Gefühl nicht mehr spüren wollen. Und so beginnen wir möglicherweise, Situationen, die eine herbe Enttäuschung mit sich bringen könnten, zu vermeiden, zu umschiffen. Das ist fatal. Denn dadurch werden wir Sklave unserer Angst und das hält uns in ständiger Sorge, wir könnten wieder „so etwas“ erleben.

Der menschliche Verstand ist unfassbar kreativ und strotzt nur so vor der Fähigkeit, sich etwas vorzustellen.

Er stellt damit jedoch etwas „vor“ die Realität. Vor das, was ist.
Die Yoga -Weisheitstexte, insbesondere von Patanjali, dem Vorreiter und großen Weisen, der Yoga als erster für die Nachwelt in einem komprimierten Werk von 195 Leitsätzen, den so genannten „Yoga Sutras“ (Sutra = Faden) niedergeschrieben hat, treffen dazu eine sehr klare Aussage:

„Nur im „Jetzt“ nimmst Du dich wahr (1.3). Ansonsten bist Du eins mit Deinen Vorstellungen. (1.4)“ Dazwischen gibt es nichts.

Was ist, ist, und unsere persönlichen Gedanken und Meinungen „über“ etwas gehören eben nicht dazu,

Realität, so die Yoga Sutras, ist immer jetzt. Ohne eine „Geschichte“ darum herum.

Nicht nur der Yoga erzählt davon. Viele Methoden, die sich mit dem menschlichen Dasein und dem Bewusstsein beschäftigen und es zutiefst erforscht haben, weisen darauf hin, daß das Leben nur im Augenblick stattfindet. Wir können bei Tageslicht betrachtet, mit dem Erreichen von Zielen, mit dem Erfüllen unserer Erwartungen nicht auf Dauer glücklich werden. Das können wir wohl nur in der absoluten Präsenz der Gegenwart.

Vielleicht gelingt es uns, mehr Aufmerksamkeit auf das „Jetzt“ zu legen. Auch im Moment der Enttäuschung. Um sie zu entlarven und uns etwas bewusst zu werden, das größer ist als diese Angst.

Schon vor ca. 2500 Jahren, als die Yoga Sutras verfasst wurden, hatten die Menschen offensichtlich schon die gleichen Sorgen wie heute. Die Evolution ist langsam. Jedenfalls viel langsamer, als unsere kulturelle Entwicklung voranschreitet.
Die Sutras schreiben: „Überwinde und beseitige das Leid (Ängste, Sorgen etc.) dadurch, daß Du dich nicht mehr fürchtest vor dem, was die Zukunft bringt, in dem Du auf die Angst nicht emotional reagierst“.

Nun hört jedoch die Angst vor der als schrecklich empfundenen Wirkung zukünftiger enttäuschender Situationen durch ein intellektuelles Verständnis der Zusammenhänge nicht unmittelbar auf.

Aber die Angst ist „Jetzt“. Sie findet jetzt statt. Spürbar im Körper.

Vielleicht spürst Du sie wie ein ganzes Feuerwerk in Deinem Körper abgehen. Vielleicht zieht es Dich zusammen. Wird dir übel. Deine Muskeln krampfen, dein Herz rast. Das alles spielt sich ab, spielt sich jetzt in Deinem Körper als eigentlich genialer Chemiecoctail ab, der Dir in Zeiten tatsächlicher Bedrohung alles bereitstellt, um wegzurennen, Dich zu schützen oder zu verteidigen. Im Falle einer tiefen Enttäuschung hilft das nur nichts.

Spüren kannst du es aber dennoch, und wie!

Und je mehr du auf den Körper achtest und nicht auf das Geschehen reagierst, umso eher kann die Angst sich legen.

Umso natürlicher und vertrauter wirst Du mit diesen Vorgängen in Dir. Du kannst „Das Hier“ einfach wahrnehmen. Ausgangszustand. Ur-Zustand, bevor all die Vorstellungen und Erwartung in Dich hineingelangt sind. Vielleicht könnte man dies eine neue Art des Denkens nennen. Ein intelligentes Denken mit dem Körper. Jenseits dem konditionierten Verhalten. Jenseits aller Selbstverachtung oder der Verachtung anderer. Einfach liebevoller.

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